Kolya Abramsky: Energy Struggles, Energy Democracy and Energy Socialism

Sonntag, 7.5., 14 bis 16 Uhr, 3. Stock

(Der Workshop wird auf englisch mit deutscher Übersetzung gehalten.)

The protest against the „Murkaftwerk“ in Graz, lead to a widespread debatte on energy, but thinking about energy, and energy transition, requires a class perspective. This is because energy is a key commodity in the world economy, and a key means of production and reproduction. This means that the “energy question” and the “class question” are interconnected. Consequently, the “energy question” and the “capitalism question” are also connected. And, consequently, the “energy question” and the “socialism question” are also connected. This has been true throughout the history of capitalism’s existence and resistance against it, and will continue being true. Capitalism’s global crisis is giving rise to a worldwide resurgence of mass based politics, both from the broad spectrum of the left, and also the broad spectrum of the right. It is also giving rise to new economic and political nationalisms, resurgent imperialisms and an increasingly global war footing. These are the defining features of the global political and economic landscape in which any “energy transition” will take place. Given that energy is a key means of production and reproduction in the world-economy, the “energy transition” will be one of the key lines of class struggle in the world-economy in the years ahead, if not the key line of struggle. National class struggles will intersect with geopolitical diplomatic, commercial and military conflicts between states. In recent years, a concept of “energy democracy” has gained strength in many parts of the world as perspective for thinking about and organizing the energy transition. This presentation will critically explore the concept of “energy democracy”, and its limitations in dealing with the class nature of the state, questions of imperialism and the national question, and poses the question as to whether “energy socialism” may be a more interesting concept for change. It will draw on the past, to understand the present, in order to think about how best to influence the future.

Kolya Abramsky (London) is a freelance researcher, educator and organizer about struggles related to the global energy and minerals sectors. He has spent 20 years working on a wide range of global social, political, economic and environmental justice issues, and the last 15 years working on different aspects of the global energy sector, focusing on ways in which workers and affected communities can shape an energy transition on their own terms. He has formerly worked with the National Union of Metalworkers of South Africa, the World Wind Energy Institute and several other organizations. He is the editor of Sparking a Worldwide Energy Revolution: Social Struggles in the Transition to a Post-petrol World.

Michael Heinrich: Kapitalismus und Krise

Samstag, 6.5., 10 bis 13 Uhr, 2. Stock

 

Seit bald zehn Jahren taumelt der Kapitalismus von einer Krise in die nächste. Der bürgerlichen Ökonomie, in ihrer aktuell neoklassischen Spielart, bleiben Krisen stets fremd, weil nicht sein kann, was nicht sein darf, und wenn es dann doch ist, werden Störungen von außen verantwortlich gemacht, die es zu beheben gilt. Ganz anders ist das in der Marxschen Kritik der politischen Ökonomie, die den grundsätzlich krisenhaften Charakter der kapitalistischen Produktionsweise hervorhebt. Neben einer Kritik gängiger Krisenerzählungen werden in diesem Workshop die Ansätze Marxscher Krisentheorie behandelt.

 

Michael Heinrich (Berlin) ist Mathematiker und Politologe, Mitarbeiter an der MEGA (Marx-Engels-Gesamtausgabe) Seine Arbeitsschwerpunkte sind: Marxsche Theorie und die Geschichte ökonomischer Theoriebildung. Seine Einführung in die Kritik der politischen Ökonomie gehört zu den meistgelesenen im deutschen Sprachraum.

Daniela Holzer: Ware, Wert und Widerstand. Reflexionen zu Weiterbildung im Kapitalismus

Sonntag, 7.5., 11 – 13 Uhr, 3. Stock

 

Ware und Wert sind zwei der zentralen Begriffe aus dem „Kapital“. Entlang der von Marx ausgebreiteten Überlegungen dazu wird danach gefragt, inwiefern Weiterbildung in diesem Sinne Ware ist und welche Aspekte von Tausch- und Gebrauchswert sie aufweist. Gegen solche Weiterbildung regt sich aber auch Widerstand, wenn auch meist leise und unauffällig, und einigen Grundlinien dieses Widerstands wird nachgespürt. Thesenartig, fragend, reflexiv wird so Weiterbildung im gegenwärtigen Kapitalismus erkundet.

 

Daniela Holzer (Graz) ist Assoziierte Professorin im Arbeitsbereich Erwachsenen- und Weiterbildung an der Universität Graz. Forschungsschwerpunkte: Weiterbildungswiderstand, Kritische Theorie, kritische Erziehungswissenschaft, kritische Erwachsenenbildung, gesellschaftliche Verhältnisse für Erwachsenen- und Weiterbildung.

 

 

 

 

feo.ry Kollektiv: Weiblich, Nützlich, Gut? Marxistisch-feministische Perspektiven auf den Gebrauchswert

Sonntag, 7.5., 14 Uhr bis 16 Uhr, 2. Stock

 

Die Kategorie Gebrauchswert beschreibt bekanntlich die Nützlichkeit eines Dings. In marxistischer und feministischer Theorie wurde der Gebrauchswert häufig als eine an sich positive und überhistorische Kategorie interpretiert, die außerhalb der Verwertungslogik des Kapitals existiert und insofern auch ein widerständiges Moment beinhalte. Dieses Moment wurde nicht selten mit den Attributen „gut“ und „weiblich“ konnotiert. Im Workshop werden verschiedene marxistisch-feministische Rezeptionen des Gebrauchswerts dargestellt, die dieser Interpretation entweder folgen oder sie grundlegend in Frage stellen.

 

feo.ry Kollektiv (Wien) ist ein Lesekreis von Student*innen aus Wien, die sich mit den Schnittstellen von Kritischer Theorie, Ökonomiekritik und Geschlechterverhältnissen auseinandersetzen. Lara, Marlene und Verena studieren unterschiedliche Master (Gender Studies, Politikwissenschaft und Geschichte) an der Uni Wien.

Leo Kühberger: Das Kapital politischer lesen

Samstag, 6.5., 14 bis 16 Uhr, 3. Stock

Viele Marxist*innen haben das „Kapital“ als eine (bessere) Ökonomie gelesen und damit schon mal den Untertitel übergangen, der schon deutlich macht, dass es sich um eine „Kritik der Politischen Ökonomie“ handelt. Im italienischen Operaismus und im US-amerikanischen „Autonomist Marxism“ bemühte man sich aber um eine Lesart, die den antagonistischen Charakter der gesellschaftlichen Verhältnisse und die Kämpfe der Arbeiter*innenklasse in den Mittelpunkt stellt und diesen eine zentrale, wenn nicht die entscheidende, Rolle in der Dynamik der kapitalistischen Entwicklung zuschreibt. Besonders Harry Cleaver hat herausgearbeitet, dass sich all das schon im ersten Kapitel des „Kapital“, wo seiner Meinung nicht nur die grundlegenden Kategorien entwickelt werden, finden lässt. Nach einer Darstellung dieser „politischeren“ Lesart, werden wir an verschiedenen Beispielen, unter anderem des kürzlich erschienenen Buches von Heide Gerstenberger („Markt und Gewalt. Die Funktionsweise des historischen Kapitalismus“), diskutieren, welche Folgen dies für unsere Sicht auf die Welt und schlussendlich für unsere Praxis in den Kämpfen der Gegenwart hat.

 

 

Leo Kühberger (Graz) ist Historiker und arbeitet zu Geschichte, Theorie und Praxis Sozialer Bewegungen.

 

 

Lukas Egger: Die Camera obscura der Warenform. Findet sich im Kapital eine Theorie des Ideologischen?

Samstag, 6.5., 16 Uhr 30 bis 18 Uhr 30, 3. Stock

 

Als Ideologien werden in der marxistischen Debatte weithin Vorstellungen bezeichnet, die zur Naturalisierung, Legitimierung und dem Unsichtbarwerden von Herrschaftsverhältnissen beitragen. Marx und Engels waren mit ihrer Deutschen Ideologie von 1845 die ersten, die sich an einer gesellschaftswissenschaftlichen Analyse von ideologischen Formen versucht haben. Der Vortrag widmet sich der Frage, ob sich auch in Marx‘ Kapital eine Theorie des Ideologischen finden lässt und ob diese auch in der Gegenwart zur Analyse der ideologischen Verzerrung der kapitalistischen Gesellschaft nutzbar gemacht werden kann.

 

Lukas Egger (Wien) ist Politikwissenschaftler. Seine Forschungsschwerpunkte sind Gesellschaftstheorie von und im Anschluss an Karl Marx, Wissenschaftstheorie, sowie Rassismus- und Antisemitismusforschung.

 

Käthe Knittler: Feministische Kritik an der Marxschen Werttheorie

Samstag, 6.5., 14 Uhr bis 16 Uhr, 2. Stock

Von der Hausarbeitsdebatte zu aktuellen „Care“-Debatten.

„Das Private ist politisch“ wurde zum tragenden Slogan der Zweiten Frauenbewegung. Sowohl in der Theorie als auch in der Praxis der politischen Kämpfe wurde von feministischen Aktivistinnen mit Nachdruck eingefordert, die blinden Flecken der männlichen Theorie- und somit Realitätsbildung ebenso zu reflektieren wie die sexistische Arbeitsteilung in den „revolutionären“ politischen Organisationen selbst. Dabei wurde auch die Marxsche Kritik der politischen Ökonomie unter die feministische Lupe genommen. Theoretisch galt es, die Unterdrückung der Frau neu zu begreifen. Zugleich sollte auch „der Marxismus“ aus einer feministischen Perspektive neu gefasst werden. Haus- bzw. Reproduktionsarbeit war dabei einer der zentral umkämpften Bereiche: Nicht nur die Lohnarbeit, sondern auch die Hausarbeit basiert auf Ausbeutung. Die rund zehn Jahre währenden und international geführten Auseinandersetzungen um diesen Themenbereich wurden später unter dem Namen „Hausarbeitsdebatte“ bekannt. Als Startschuß für die Debatte gilt Rosa Dalla Costas und Selma James 1971 erschienen Schrift: „Die Frauen und der Umsturz der Gesellschaft“. So unterschiedlich die verschiedenen Ansätze im Rahmen der Hausarbeitsdebatte auch waren, so haben sie doch eine gemeinsame Grundlage: Hausarbeit und Reproduktionsarbeit kommen bei Marx’ ökonomischen Analysen bzw. im Kapital nicht vor. Im Zentrum seiner Analyse der politischen Ökonomie steht die Lohnarbeit. Diese Lücke galt es zu kritisieren und zu schließen.

Im Workshop werden drei Schwerpunkte herausgegriffen zu denen es inhaltliche Inpunts, teils Gruppenarbeiten und gemeinsame Diskussion geben wird:
1. Überblick über die Hausarbeitsdebatte
2. Zentrale feministische Kritikpunkte und Erweiterungen Marxscher Grundbegriffe: Wert der Ware Arbeitskraft, doppelt freier Lohnarbeiter, Wert, Mehrwert sowie Reproduktion und Produktivität
3. Aktualität der Hausarbeitsdebatte für heute und deren Anschlussfähigkeit an aktuelle Debatten rund um Commons, Grundeinkommen und soziale Reproduktion; Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen der Hausarbeitsdebatte und aktuellen „Care-Debatten“; Welche Begriffe sind für uns und unsere politische Arbeit sinnvoll.

Literatur (keine!! Voraussetzung):
Ein guter Überblick über die vielfältigen Stränge der Hausarbeitsdebatte findet sich in:
– Haug, Frigga/ Hauser, Kornelia (1984): Geschlechterverhältnisse. Zur internationalen Diskussion um Marxismus-Feminismus, In: Projekt kritischer Feminismus: Geschlechterverhältnisse. Berlin, 9-21, 42-64.
Rezension zu Mariarosa Dalla Costa, Selma James: Die Macht der Frauen und der Umsturz der Gesellschaft
– Knittler, Käthe (2005): Feministische Kritik an der Marxschen Werttheorie, Diplomarbeit, Wien

 

Käthe Knittler (Wien) ist feministische Ökonomin und ist u.a. Mitautorin des Intro zu Feministischer Ökonomie des Mandelbaum-Verlags.

 

 

Michael Heinrich: Karl Marx und „Das Kapital“

Freitag, 5.5., 18 Uhr, 2. Stock

 

Warum soll man ein Buch lesen, nein, einen dicken Wälzer von mehr als 2300 Seiten, eine Schwarte, die vor 150 Jahren zum ersten Mal erschienen ist? »Das Kapital«, eines der einflussreichsten Bücher in der Geschichte der Sozialwissenschaften, teilt das Schicksal aller Klassiker: Es wurde fleißig gelobt, noch fleißiger verdammt, aber kaum gelesen. Inzwischen scheint das wieder anders zu sein. Weltweit ist, angesichts der offensichtlichen Krisenhaftigkeit des Kapitalismus, eine Marx-Renaissance im Gange. Diejenigen, die über Marx reden, ohne ihn zu kennen, wissen nicht, was ihnen entgeht. Das »Kapital« ist ein Klassiker, der es in sich hat, ein in jeder Hinsicht bemerkenswertes Buch. Es steckt voller Überraschungen, unerwarteter Wendungen und verblüffender Einsichten und ist nach wie vor unabdingbar zur Kritik und Überwindung der herrschenden Verhältnisse. Gleichzeitig ist es aber ein unabgeschlossenes, unvollendetes Werk, was immer wieder zu Versuchen geführt hat, es dogmatisch abzuschließen. Michael Heinrich wird in seinem Eröffnungsreferat auf die Entstehungsgeschichte des „Kapital“, die politischen Entwicklungen dieser Zeit und die biographischen Brüche im Leben von Marx eingehen. Nach einem Überblick zu den verschiedenen Lesarten des „Kapital“ in diesen hundertfünfzig Jahren, wird Heinrich, der auch an der MEGA (Marx-Engels-Gesamtausgabe) beteiligt war, auf die neuesten Erkenntnisse eingehen, die sich aus der Herausgabe bisher unveröffentlichter „Kapital“-Manuskripte ergeben.

 

 

Michael Heinrich (Berlin) hat sich in «Die Wissenschaft vom Wert» (1991, erweiterte Neuauflage 1999) ausführlich mit der Entwicklung der Marxschen Ökonomiekritik auseinandergesetzt. Seine bereits in sechs Sprachen übersetzte «Kritik der politischen Ökonomie. Eine Einführung» (seit 2004 in zwölf Auflagen erschienen) dürfte in Deutschland die am weitesten verbreitete Einführung ins ökonomische Werk von Marx sein. In Kürze erscheint der erste Band seiner dreibändigen Marx-Biographie: Karl Marx und die Geburt der modernen Gesellschaft

Renate Nahar und Martin Birkner: Jenseits des Kapital

ACHTUNG! Dieser Workshop besteht aus zwei Teilen!

Samstag, 6.5., 16 Uhr 30 bis 18 Uhr 30, 2. Stock

Sonntag, 7.5., 11 Uhr bis 13 Uhr, 2. Stock

 

In dem zweiteiligen Workshop sollen zunächst Stellen im Marxschen Werk analysiert werden, in denen er die Grenzen des Kapitalismus bzw. deren Überschreitung behandelt. Dabei werden wir uns Stellen im Kapital zum tendenziellen Fall der Profitrate näher ansehen, aber auch solche aus den „Resultaten des unmittelbaren Produktionsprozesses“ sowie das „Maschinenfragment“ aus den Grundrissen. Im Zentrum sollen dabei jene Aspekte stehen, in denen Marx eine post-kapitalistische Aufhebung in Augenschein nimmt. Besonderes Interesse wird dabei der „Produktivkraft der Arbeit“ gewidmet. Diese wurde in der Tradition der Arbeiter_innenbewegung oft verkürzt als rein technische Entwicklung verstanden – mit verheerenden sozialen und vor allem auch ökologischen Konsequenzen. Zur Verdeutlichung dieser Tradition werden wir neben realsozialistischen Textauszügen auch kurze Filme heranziehen. Unser Hauptaugenmerk wird jedoch darauf liegen auszuloten, inwiefern die Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit Basis für eine radikal sozial-ökologische Transformationsperspektive sein kann. Am Ende des zweiten Teils soll die Textarbeit in die politische Fragestellung übergeführt werden, was diese Lesart von Produktivkraftentwicklung für aktuelle und kommende politische und soziale Auseinandersetzungen bedeutet, die in der multiplen Krise des Kapitalismus – die aus den Schlagzeilen verschwunden ist, sich jedoch laufend verschärft – noch weiter an Häufigkeit und Heftigkeit zunehmen werden.

 

Die Referent*innen haben zu diesem Workshop einen kleinen Reader (Teil 1 und Teil 2) zusammengestellt.

Martin Birkner (Wien) ist politischer Theoretiker, Publizist und Aktivist in Wien und im Südburgenland.

Renate Nahar (Wien) ist politische Aktivistin, theoretische Autodidaktin und linke Infrastrukturdienstleisterin.

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