Käthe Knittler: Feministische Kritik an der Marxschen Werttheorie

Samstag, 6.5., 14 Uhr bis 16 Uhr, 2. Stock

Von der Hausarbeitsdebatte zu aktuellen „Care“-Debatten.

„Das Private ist politisch“ wurde zum tragenden Slogan der Zweiten Frauenbewegung. Sowohl in der Theorie als auch in der Praxis der politischen Kämpfe wurde von feministischen Aktivistinnen mit Nachdruck eingefordert, die blinden Flecken der männlichen Theorie- und somit Realitätsbildung ebenso zu reflektieren wie die sexistische Arbeitsteilung in den „revolutionären“ politischen Organisationen selbst. Dabei wurde auch die Marxsche Kritik der politischen Ökonomie unter die feministische Lupe genommen. Theoretisch galt es, die Unterdrückung der Frau neu zu begreifen. Zugleich sollte auch „der Marxismus“ aus einer feministischen Perspektive neu gefasst werden. Haus- bzw. Reproduktionsarbeit war dabei einer der zentral umkämpften Bereiche: Nicht nur die Lohnarbeit, sondern auch die Hausarbeit basiert auf Ausbeutung. Die rund zehn Jahre währenden und international geführten Auseinandersetzungen um diesen Themenbereich wurden später unter dem Namen „Hausarbeitsdebatte“ bekannt. Als Startschuß für die Debatte gilt Rosa Dalla Costas und Selma James 1971 erschienen Schrift: „Die Frauen und der Umsturz der Gesellschaft“. So unterschiedlich die verschiedenen Ansätze im Rahmen der Hausarbeitsdebatte auch waren, so haben sie doch eine gemeinsame Grundlage: Hausarbeit und Reproduktionsarbeit kommen bei Marx’ ökonomischen Analysen bzw. im Kapital nicht vor. Im Zentrum seiner Analyse der politischen Ökonomie steht die Lohnarbeit. Diese Lücke galt es zu kritisieren und zu schließen.

Im Workshop werden drei Schwerpunkte herausgegriffen zu denen es inhaltliche Inpunts, teils Gruppenarbeiten und gemeinsame Diskussion geben wird:
1. Überblick über die Hausarbeitsdebatte
2. Zentrale feministische Kritikpunkte und Erweiterungen Marxscher Grundbegriffe: Wert der Ware Arbeitskraft, doppelt freier Lohnarbeiter, Wert, Mehrwert sowie Reproduktion und Produktivität
3. Aktualität der Hausarbeitsdebatte für heute und deren Anschlussfähigkeit an aktuelle Debatten rund um Commons, Grundeinkommen und soziale Reproduktion; Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen der Hausarbeitsdebatte und aktuellen „Care-Debatten“; Welche Begriffe sind für uns und unsere politische Arbeit sinnvoll.

Literatur (keine!! Voraussetzung):
Ein guter Überblick über die vielfältigen Stränge der Hausarbeitsdebatte findet sich in:
– Haug, Frigga/ Hauser, Kornelia (1984): Geschlechterverhältnisse. Zur internationalen Diskussion um Marxismus-Feminismus, In: Projekt kritischer Feminismus: Geschlechterverhältnisse. Berlin, 9-21, 42-64.
Rezension zu Mariarosa Dalla Costa, Selma James: Die Macht der Frauen und der Umsturz der Gesellschaft
– Knittler, Käthe (2005): Feministische Kritik an der Marxschen Werttheorie, Diplomarbeit, Wien

 

Käthe Knittler (Wien) ist feministische Ökonomin und ist u.a. Mitautorin des Intro zu Feministischer Ökonomie des Mandelbaum-Verlags.

 

 

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